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Winterfütterung

NaturschutzGeschrieben von Webmaster 20 Jan, 2012 18:05

Beitrag von Dr. Georg Nüßlein, MdB

In einer als Stellungnahme eines Positionspapiers des Deutschen Forstwirtschaftsrates zur Jagdpolitik dargestellten Pressemitteilung hatte die jagdpolitische Sprecherin der Bundestagfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, MdB Cornelia Behm vorgeschlagen, Wildtiere in Notzeiten wie dem Winter nicht mehr zu füttern und also sterben zu lassen, um Wildschäden in den Wäldern zu mindern.

Konkret schrieb die Politikerin:
"So greift die Forderung [des Deutschen Forstwirtschaftsrates] nach Einschränkung von Fütterungen auf behördlich festgelegte Notzeiten viel zu kurz. Denn gerade Notzeiten könnten für eine natürliche Bestandsregulierung sorgen, die die Jagd zum Teil entbehrlich macht. Fütterung kann zwar in sehr eng begrenzten Ausnahmefällen tatsächlich notwendig sein. Aber im Winter füttern, damit man das Wild dann im Herbst schießen kann, kann nicht die Leitlinie einer wald- und tierschutzverträglichen Jagd sein."

Diese Forderung ist eine Perversion des Wald- und Naturschutzes auf Kosten des Lebens der Tiere im Wald. Die Grünen fordern damit, die Rehe, Wildschweine und Hirsche im kalten Winter einfach verrecken zu lassen, damit sie die im Frühjahr keimenden Pflanzen und Bäume nicht mehr verbeißen können. Von einer Öko-Partei, die sich dem Tierschutz doch angeblich so sehr verschrieben hat, kann dieser Vorschlag nicht gerade als sinnvolle Lösung des sogenannten "Wald-Wild-Konflikts" betrachtet werden. Auch als passionierter Jäger kann ich nicht mit ansehen, wenn die Tiere im Wald bei Minusgraden erfrieren, weil sie kein Äsung haben. Da haben wir Menschen schon eine gewisse Verantwortung für Gottes Schöpfung. Schließlich sind es die Menschen, die den Lebensraum der Tiere einengen und sie von Ausweichflächen mit natürlichem Winterfutter fernhalten.

Ich bin überzeugt davon, dass eine intelligente Winterfütterung dazu beitragen kann, Wildschäden im Wald und in der Landwirtschaft deutlich zu minimieren. Dass die Wilddichte auf einem waldverträglichen Niveau bleibt, dafür sorgen auch wir Jäger. Das gibt das Jagdrecht eindeutig so vor. Die Tiere aber den grausamen Hungertod sterben zu lassen, ist wohl nicht gerade tierschutzgerecht. Die Monokulturen im Wald haben weder Jäger noch Schalenwild zu verantworten.

In diesem Sinne habe ich mich meinerseits in einer Pressemitteilung zu diesen weltfremden Einlassungen geäußert, ebenso der Deutsche Jagdschutz-Verband und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer. Daraufhin ist Frau Behm teilweise wieder zurückgerudert, indem sie – wiederum als Pressemitteilung – schreibt:

"Ich kann verstehen, dass meine Wortwahl die Gefühle von Menschen verletzt hat, die mit Wildtieren umgehen. Das bedauere ich. Ich kann verstehen, wenn Menschen im Winter mit den Wildtieren im Wald mitleiden und das Bedürfnis haben, ihnen zu helfen."

Das sie in der Sache aber nach wie vor nicht von ihrer abstrusen Forderung abrückt, verdeutlicht der gleich darauf folgende Absatz:
"In der Sache muss aber die Frage erlaubt sein, ob es aus Gründen des Tierschutzes wirklich geboten ist, Wildtiere in der Natur vor den Widrigkeiten der Natur zu schützen. Die Natur ist grausam. Das ist wahr. Wo führt es uns aber hin, zu versuchen, der Natur die Grausamkeit zu nehmen?"

Grausam ist nicht nur die Natur, sondern auch das Verständnis der Grünen von Tierschutz und der Rolle von uns Jägern. Damit wird impliziert, dass wir "bösen Jäger" die "lieben Tierchen" schon nicht "grausam abschlachten" müssen, wenn nach einem harten Winter eh nicht mehr so viele Tiere da sind. Dass der Hungertod aber viel grausamer ist als der schnelle Tod durch den Schuss, wird von grüner Seite nicht erwähnt.

Dieser Diskurs zeigt wieder einmal, wie weit die Grünen entfernt sind von einer realistischen und auch tiergerechten Jagdpolitik. Und wie weit die Öko-Romantik trägt. Die Natur, von der die Grünen träumen, gibt es doch längst nicht mehr. Forst- und Landwirtschaft, Siedlungsdichte und Freizeitdruck haben sie längst verändert. Politik beginnt mit dem Betrachten der Realität. Nicht einmal die sogenannten "Realos" unter den Grünen sind dazu in der Lage.

Dr. Georg Nüßlein
Mitglied des Deutschen Bundestages
Energie- und wirtschaftspolitischer Sprecher der
CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag